Marktgemeinde Ybbsitz
 



Generalversammlung 2009 in Kolbermoor (D)

Bild

Schmiedehammer, Bier & Weisswurst – Europäische Schmiede tagen in Kolbermoor, Bayern

 

 

Dass diese drei Dinge gut zusammenpassen, fanden die Teilnehmer an der Generalversammlung des Rings der Europäischen Schmiedestädte, die von 18. bis 21. Juni 2009 in Kolbermoor stattfand.

 

 

Auch eine siebenköpfige Delegation aus Ybbsitz, dem Kerngebiet der Eisenstraße unter der Leitung von Bürgermeister Josef Hofmarcher, der gleichzeitig Präsident des Rings der Schmiedestädte ist, nahm daran teil. Der Ring der Europäischen Schmiedestädte wurde 2001 mit sechs Mitgliedsgemeinden gegründet mit dem Ziel, die Schmiedetradition sowie den kulturellen Austausch zwischen den einzelnen Gemeinden zu fördern. 2009 kamen Delegationen aus Italien, Frankreich, den Niederlanden, Tschechien, Polen, der Ukraine und Norwegen nach Kolbermoor. Die finnischen Teilnehmer hatten sich entschuldigt.

 

 

Mit einem Bericht über die gemeinsamen Tätigkeiten im Vereinsjahr 2008/09 wurde die zweitägige Konferenz eröffnet. Die Delegationen geteilt in Fachbeirat (Schmiede und Metallgestalter der Gemeinden) und Kommunalbeirat (politische Vertreter der einzelnen Kommunen) berieten während der Arbeitssitzungen über die zukünftige Ausrichtung des Vereines, neue Projekte und Ideen sowie Förderungsmöglichkeiten in Bezug auf Ausstellungen, Schmiedefeste und Ausbildungseinrichtungen für junge Schmiede und Metallgestalter. Ein Strategieprozess mit der Universität Maastricht wurde zur Verbesserung der Arbeitsweise und Schärfung des Vereinszieles ebenso beschlossen.

 

 

 

Höhepunkt der Tagung war die Aufnahme neuer Mitglieder in den Ring der Europäischen Schmiedestädte: Acireale (Italien), Arles-sur-Tech (Frankreich), Ivano Frankisk (Ukraine) und Valbonne (Frankreich). Die norwegische Stadt Ovre Eiker hatte sich erstmals im Ring präsentiert und wird voraussichtlich 2010 aufgenommen werden. Somit hat sich der Ring der Europäischen Schmiedestädte auf 17 Mitgliedsgemeinden aus 9 Nationen vergrößert:

 

 

 

Deutschland: Friesoythe, Kolbermoor, Olbernhau, Stolberg

Finnland: Myanmäki

Frankreich: Arles-sur-Tech, Valbonne

Italien: Acireale, Mogliano-Veneto, Stia

Niederlande: Oude Ijsselstreek

Österreich: Bad Hall, Ybbsitz

Polen: Gniew

Tschechien: Lipnik nad Becvou

Ukraine: Donetsk, Ivano Frankisk

 

Die Stadt Kolbermoor als Veranstalter der diesjährigen Generalversammlung brachte den Teilnehmern in sehr gastfreundlicher und bayrisch-geselliger Weise ihre Kultur musikalisch, kulinarisch und geschichtlich nahe: Der erste Abend war ein gemütliches Treffen im Biergarten mit Brezeln, Weisswurst und natürlich Bier.

 

 

Freitag Abend galt der Stadtgeschichte mit Besichtigung des Heimatmuseums und Stadtrundgang. Glanzvoller Ausklang war ein Bayrischer Abend am Samstag im Kesselhaus der Alten Spinnerei mit Blasmusik, Volkstänzen, Peitschenschwingen und Köstlichkeiten der bayrischen Küche. Als Damenprogramm wurden ein Ausflug zur Fraueninsel am Chiemsee sowie in die Swarowski Kristallwelt in Wattens organisiert.

 

 

Kolbermoor in Bayern, Deutschland ist eine Stadtgemeinde mit sehr junger Geschichte. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts lag das Land um den Fluss Mangfall, der heute die Stadt durchfließt, vollkommen brach. Erst mit dem Abbau des durch Schlammablagerungen entstandenen Torfs begann die Besiedelung sowie die Entstehung von Handwerks- und Handelsbetrieben. Der Bau der Kaiser Maximilian-Bahn und die Nutzung der Wasserkraft des Flusses Mangfall für die Elektrizitätsgewinnung führte ab 1860 zur Ansiedlung von Industriebetrieben, vor allem einer Spinnerei, die bis ins Jahr 1993 produzierte. Heute ist Kolbermoor eine prosperierende Stadt mit 18.500 Einwohnern und reichhaltigen kulturellen und kommunalen Einrichtungen. Die riesigen Gebäude der ehemaligen Spinnerei wurden durch einen privaten Investor stilvoll restauriert und werden nun als Büro- und Wohnräume sowie für Geschäfte und Restaurants genutzt. Seit einigen Jahren findet in Kolbermoor zweijährig ein Schmiedetreffen unter internationaler Beteiligung statt.

 

 

 

Anlässlich der Generalversammlung des Rings der Europäischen Schmiedestädte 2009 eröffnete man eine Skulptur „Brücke der Freundschaft“, die ein sehr schönes Bild der Verbindung verschiedenster Nationen durch die Zusammenarbeit der Schmiede symbolisiert.