Marktgemeinde Ybbsitz
 



Ehrengabe an Frau Kommerzialrat Waltraud Welser

anlässlich der Eröffnung der renovierten "Schmiede in der Au" am 30. April 2005

 

Die Krone, aus der Stirnbinde, später dem Diadem, entstanden, trägt das Zeichen der Ehrerbietung und Würde in sich. Sie kann prächtig, schlicht, aus Gold, mit Ornamenten geschmückt oder aus Eisen – sie kann aus Lorbeerzweigen, Dornen aber auch nur Symbol für etwas sein.

 

Hier sind es Steine, die, vom Erzberg, dem Schmiedezentrum Ybbsitz, vier weiteren Ybbstal- und vier Erlauftalgemeinden stammend, geschliffen, gefasst und eingefügt, den Zierrat bilden.

 

Die Wohlstand zeigen, der gerade in dieser Region nicht selbstverständlich wäre – gäbe es nicht Arbeit für ihre Bewohner, umweltfreundliche Betriebe und Menschen mit Engagement. Es sind besondere Steine, die trotz ihrer Verschiedenheit auch für Geschlossenheit stehen, im Rund der Eisenstraßen, ihrer Vergangenheit und Zukunft.

 

Das Werk an sich soll Dank bezeugen. An eine Familie, deren Tradition im Schmiedehandwerk liegt, und an eine Frau, deren Leben nach eigenen Worten das Eisen ist.

 

Mit dem es vor mehr als 340 Jahren im „Haus in der Au“ begann, für das sie arbeitet, und das sie bis heute fasziniert.

 
Entwurf und Realisierung der Krone: Prof. Alfred Habermann
Auswahl der Steine: Peter Rothenburger

Schliff der Steine: Fa. Ehrlich
Polsterfertigung: Herbert Stockreiter
Text: Ing. Bertl Sonnleitner

 

 

 

Herkunft und Art der Steine

Am Kronenreif sind acht Steine eingearbeitet, vier Steine aus dem Ybbstal und vier Steine aus dem Erlauftal.

Waidhofen an der Ybbs: Der als Halbedelstein bekannte Hornstein – auch Jaspis genannt - findet sich am Arzberg und entlang einiger Stellen des Panoramahöhenweges.
Er kommt dort in verschiedenen Farben, von weiß über gelb bis rot vor. Dieser Stein ist braun, stellt eine Quarzvarietät dar und hat die Härte 7,5 und ist somit schwer zu bearbeiten.

Gresten: Im Kalkstein finden sich oftmals versteinerte Korallen. Entdeckt wurde dieser weiß punktierte Stein in der Kleinen Erlauf.

Randegg: Als Breckzie wird ein Fundstück bezeichnet, das sich aus verschiedenen Steinen zusammensetzt. Dieser marmorierte Stein lag auf einer Sandbank in der Kleinen Erlauf nahe dem Sägewerk Mosser.

Lunz am See: Eingebettet in Sandsteinmergel, kann man im Ortsteil Kasten im Ybbsfluß mit etwas Glück versteinerte Schnecken der Gattung Trochactaeon Lamarki finden. Sie stammen aus der Kreidezeit und sind etwa 80 Millionen Jahre alt.

Opponitz: Dieser rotbraune Ammonit aus dem Jurazeitalter vor etwa 150 Millionen Jahren, dessen Muttergestein Klauskalk ist, wurde an der Nordseite des 1.373 m hohen Schneekogels gefunden.

Göstling: Kalksinterstein aus der Ybbs, dessen Entstehung man sich ähnlich wie die eines Tropfsteins vorstellen kann, während die differierenden Farben seiner Schichten durch verschiedene Lösungen (z.B. von Eisenoxyd) hervorgerufen werden.

Gresten/Land: Diese grobkörnige Quarzrarität, als Halbedelstein auch Hornstein oder Jaspis genannt, ist leicht grün marmoriert und wurde entlang des Alten Rauheisenweges im Wiesergraben gefunden.

Reinsberg: Das in der Region verarbeitete Eisenerz konnte früher oft nur mangelhaft ausgeschmolzen werden, und so finden sich an manchen Stellen des Buchberges diese schwarzen Eisenbunzen (Eisenknolle/Schlacke). Sie lassen sich gut anschleifen und auch zur Erzeugung von originellem Schmuck verwenden.


Die obersten Spitzen der Krone ziert der früher sehr bekannte Serpentinit aus Ybbsitz, dem Zentrum des Schmiedens.
Im Gebiet der Katastralgemeinde Schwarzenberg, in der Nähe des Arzberggrabens, liegt sein Vorkommen. Dieser grünlich anmutende Serpentinit gehört zur Gruppe der Umwandlungsgesteine und wurde dank seiner guten Bearbeitungseigenschaften für die Herstellung von Ziergegenständen verwendet.

Der steirische Erzberg, Wahrzeichen für die Entstehung, Entwicklung und Zusammenhalt des Kulturraumes Eisenstraße, seit jeher nicht nur für sein Erz berühmt, sondern auch für die Vielfalt der dort als Ablagerung zwischen den Gesteinsschichten gefundenen Mineralien. Weltbekannt sind die Eisenblüten, die roten Zinnoberkristalle und der Erzbergit. Nach einem Teilabschnitt des Berges werden die roten Steine an den feinen Spitzen der Krone auch als Sauberger Kalk bezeichnet und haben ihre Farbe vom dort allgegenwärtigen Eisenoxyd.